Forschungszulage für IT-Berater: Wann Beratung zu FuE wird
Als IT-Berater löst du täglich Probleme, für die es keine Standardlösung gibt. Du baust eigene Assessment-Frameworks, entwickelst Migrationsmethoden, schreibst Automatisierungstools. Das ist keine bloße Beratung. Das ist Forschung und Entwicklung im Sinne der Forschungszulage. Die Frage ist: Wie unterscheidest du förderfähige FuE von reiner Implementierung?
Entscheidungsmatrix: Ist dein Projekt FuE?
Drei Fragen trennen FuE von Standardberatung. Beantworte sie ehrlich für dein aktuelles Projekt:
Entwickelst du eigene Lösungskonzepte oder implementierst du Standardsoftware?
Standardimplementierung
SAP nach Best Practices einrichten, AWS nach Referenzarchitektur deployen, ITIL-Prozesse nach Lehrbuch
Eigenentwicklung
Eigene Migrationsmethodik, eigenes Assessment-Framework, selbstgebauter Optimierungsalgorithmus
Gibt es technische Risiken, bei denen das Ergebnis unsicher ist?
Vorhersagbar
Konfiguration nach Dokumentation, Standard-Migration mit bekanntem Zielzustand, Datenbank-Tuning
Technisch unsicher
Latenzziel unklar, Modellgenauigkeit unsicher, Skalierungsverhalten unbekannt, Edge Cases offen
Gehst du systematisch vor: Konzeption, Prototyp, Validierung?
Ad-hoc
Schnellfix beim Kunden, Hotfix ohne Plan, Trial-and-Error ohne Dokumentation
Systematisch
Hypothese formuliert, Prototyp gebaut, gemessen, iteriert, Ergebnisse dokumentiert
3x rechte Spalte
Sehr wahrscheinlich FuE
2x rechte Spalte
Möglicherweise FuE, prüfen lohnt sich
0 bis 1x rechte Spalte
Wahrscheinlich keine FuE
FuE nach Beratungsfeld
Die Förderfähigkeit hängt nicht vom Beratungsfeld ab, sondern davon, ob du eigene Lösungen entwickelst. Weitere FuE-Ideen nach Branche findest du im Blog. Hier konkrete Beispiele aus vier typischen Bereichen:
Cloud-Migration und Infrastruktur
SAP und ERP-Systeme
IT-Security und Compliance
Datenanalyse und KI
Der Kern: Eigene Methode, eigenes Tool, eigener Ansatz
Die Grenze zwischen Beratung und FuE verläuft dort, wo du aufhörst, Bekanntes anzuwenden, und anfängst, Neues zu schaffen. Ob du das für einen oder hundert Kunden baust, spielt keine Rolle. Ob du es verkaufst oder nur intern nutzt, auch nicht. Selbst gescheiterte Projekte sind förderfähig, solange du systematisch vorgegangen bist.
Drei typische Denkfehler halten IT-Berater von der Forschungszulage ab (mehr dazu im Beitrag Was ist die Forschungszulage? und speziell für Softwareentwickler im Beitrag Forschungszulage als Freelance-Softwareentwickler):
- "Ich berate nur, ich forsche nicht." Die Forschungszulage verlangt keine Peer-reviewed Papers. Systematische Entwicklungsarbeit an neuartigen Lösungen reicht. Auch als Freelancer ohne GmbH bist du antragsberechtigt.
- "Mein Tool ist nicht patentiert." Das FZulG verlangt kein Patent. Dein Framework muss für die Branche neu sein, nicht für die Welt.
- "Das habe ich nur für einen Kunden gebaut." Auch Einzelentwicklungen im Kundenauftrag sind förderfähig, wenn die drei FuE-Kriterien erfüllt sind.
Rechenbeispiel: IT-Security-Berater aus Hamburg
Ein IT-Berater arbeitet 2.000 Stunden im Jahr. Davon sind 20% Kundenprojekte mit reiner Standardimplementierung und 80% Eigenentwicklung: ein eigenes Security-Assessment-Framework und ein Kostenoptimierungstool. Die 1.600 FuE-Stunden verteilen sich auf Konzeption, Algorithmenentwicklung, Prototyping und Validierung.
Berechnung: 1.600 h x 70 EUR x 35% = 39.200 EUR. Der Förderrechner zeigt dir dein individuelles Potenzial.
Rückwirkend beantragen: Git-History als Nachweis
IT-Berater haben einen natürlichen Vorteil bei rückwirkenden Anträgen: Git-Repositories, Commit-Historien, Jira-Tickets, Confluence-Dokumentation und Code-Reviews bilden eine lückenlose Nachweiskette. Wenn du in den letzten vier Jahren eigene Tools oder Methoden entwickelt hast, kannst du auch dafür noch die Forschungszulage beantragen. Die relevanten Fristen solltest du dabei im Blick behalten.
Mein Angebot für IT-Berater
Ich komme selbst aus der IT und spreche deine Sprache. Ich weiß, was ein COBOL-Parser ist, warum Isolation Forests bei Anomalieerkennung funktionieren und wo die Grenze zwischen Konfiguration und Entwicklung liegt. Ich formuliere deinen BSFZ-Antrag so, dass die technische Tiefe sichtbar wird. Kein Marketing-Geschwafel, sondern präzise Darstellung deiner Innovationsarbeit.
Kosten: 0 EUR upfront. 15% der ausgezahlten Forschungszulage als Erfolgshonorar. Wird nichts ausgezahlt, zahlst du nichts. Einen Marktvergleich der Honorarmodelle findest du im Blog.
FuE-Check für IT-Berater
Beschreib mir in zwei Sätzen, welche Tools oder Methoden du selbst entwickelt hast. In 15 Minuten sage ich dir, ob das förderfähig ist. Oder starte direkt den Quickcheck.
Forschungszulage für IT-Berater nach Rechtsform
Die Förderbedingungen unterscheiden sich je nach Unternehmensform. Hier findest du die Details für deine Situation: