Forschungszulage Höhe: So viel bekommst du zurück
Kurzfassung: Die Forschungszulage bringt Einzelunternehmern ab 2026 bis zu 87.360 EUR pro Jahr. Die Höhe hängt von drei Faktoren ab: deinen FuE-Stunden, dem pauschalen Stundensatz (100 EUR/h ab 2026) und dem Fördersatz (35% für KMU). Bei 1.000 FuE-Stunden sind das 42.000 EUR, bei 1.500 Stunden 63.000 EUR. Rückwirkend bis 2022 möglich, mit niedrigeren Sätzen. Ich berechne dein individuelles Förderpotenzial und übernehme den Antrag.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag gibt eine allgemeine Orientierung. Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Ich bin weder Rechtsanwalt noch Steuerberater.
“Wie viel kann ich bekommen?” ist die erste Frage in jedem Erstgespräch. Die Forschungszulage richtet sich nach drei Faktoren, die zusammen deine individuelle Förderhöhe bestimmen. Die Antwort hängt davon ab, wie viele Stunden du in Forschung und Entwicklung steckst, wann dein Projekt gestartet ist und ob du als KMU giltst. Hier siehst du die Bandbreite und kannst einschätzen, wo du liegst. Die exakte Kalkulation mache ich für dich, inklusive gestaffelter Berechnung bei rückwirkenden Anträgen.
Die drei Faktoren, die deine Förderung bestimmen
1. Deine FuE-Stunden
Nur die Stunden, die du tatsächlich in Forschung und Entwicklung investierst, zählen. Akquise, Buchhaltung, Routinearbeit und Kundenkommunikation sind keine FuE. Das gesetzliche Maximum liegt bei 40 Stunden pro Woche, also 2.080 Stunden pro Jahr (§ 3 Abs. 3a FZulG).
2. Der pauschale Stundensatz
Der Gesetzgeber legt den Stundensatz fest. Er hängt vom Zeitraum ab:
| Zeitraum | Stundensatz | Gemeinkostenpauschale |
|---|---|---|
| Vor 28.03.2024 | 40 EUR/h | Keine |
| 28.03.2024 bis 31.12.2025 | 70 EUR/h | Keine |
| Ab 01.01.2026 (neues Projekt) | 100 EUR/h | +20% = 120 EUR/h |
| Ab 01.01.2026 (laufendes Projekt) | 100 EUR/h | Keine |
Die Gemeinkostenpauschale von 20% gibt es nur für Projekte, die ab 2026 starten. Die Details zur Berechnung findest du im Beitrag Eigenleistung berechnen.
3. Der Fördersatz
| Unternehmenstyp | Fördersatz | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| KMU (unter 250 Mitarbeiter, unter 50 Mio. EUR Umsatz) | 35% | AGVO Art. 25 |
| Vor 28.03.2024 (alle) | 25% | § 4 Abs. 1 FZulG a.F. |
Die meisten Einzelunternehmer, Freelancer und Personengesellschaften gelten als KMU und erhalten 35%. Der erhöhte Satz gilt seit dem Wachstumschancengesetz (28.03.2024). Mehr zu den Änderungen ab 2026 im separaten Beitrag.
Fördertabelle: Was bei wie vielen FuE-Stunden herauskommt
Alle Werte für 2026 mit neuem Projekt (100 EUR/h + 20% GK, 35% KMU):
| FuE-Stunden/Jahr | Bemessungsgrundlage | Forschungszulage (35%) |
|---|---|---|
| 500 h | 60.000 EUR | 21.000 EUR |
| 800 h | 96.000 EUR | 33.600 EUR |
| 1.000 h | 120.000 EUR | 42.000 EUR |
| 1.200 h | 144.000 EUR | 50.400 EUR |
| 1.500 h | 180.000 EUR | 63.000 EUR |
| 2.080 h (Maximum) | 249.600 EUR | 87.360 EUR |
Das Maximum von 87.360 EUR pro Person und Jahr ist der theoretische Höchstwert. In der Praxis liegen die meisten Selbständigen zwischen 800 und 1.500 FuE-Stunden. Nutze den Förderrechner, um dein individuelles Potenzial zu sehen.
3 Rechenbeispiele aus der Praxis
Softwareentwicklerin, 1.200 FuE-Stunden
Eine Softwareentwicklerin arbeitet an einer eigenen SaaS-Plattform mit KI-gestützter Datenanalyse. 1.200 ihrer 1.800 Arbeitsstunden pro Jahr sind FuE.
Ergebnis: 1.200 h x 120 EUR/h x 35% = 50.400 EUR pro Jahr
IT-Berater, 800 FuE-Stunden
Ein IT-Berater entwickelt ein eigenes Security-Assessment-Framework neben seinen Kundenprojekten. 800 Stunden pro Jahr fließen in die Frameworkentwicklung.
Ergebnis: 800 h x 120 EUR/h x 35% = 33.600 EUR pro Jahr
Ingenieur in GbR, 2 Gesellschafter
Zwei Ingenieure betreiben eine GbR und entwickeln ein eigenes Simulationsverfahren. Jeder bringt 1.000 FuE-Stunden ein. Gewinnverteilung 50/50.
Ergebnis pro Gesellschafter: 1.000 h x 120 EUR/h x 35% = 42.000 EUR Ergebnis GbR gesamt: 84.000 EUR pro Jahr
Bei Personengesellschaften wird die Forschungszulage nach dem Gewinnverteilungsschlüssel aufgeteilt, nicht nach Stundenanteil. Mehr dazu auf der Seite Forschungszulage GbR.
Rückwirkend: Andere Sätze, aber trotzdem lohnend
Rückwirkende Anträge bis 2022 sind möglich. Die Förderhöhe ist niedriger, weil die alten Stundensätze und Fördersätze gelten. Trotzdem summiert sich das:
| Jahr | Stundensatz | Fördersatz | Förderung bei 1.200h |
|---|---|---|---|
| 2022 | 40 EUR/h | 25% | 12.000 EUR |
| 2023 | 40 EUR/h | 25% | 12.000 EUR |
| 2024 | Gestaffelt 40/70 EUR/h | 25%/35% | ca. 19.500 EUR |
| 2025 | 70 EUR/h | 35% | 29.400 EUR |
| 2026 (neues Projekt) | 120 EUR/h | 35% | 50.400 EUR |
| Summe 2022 bis 2026 | ca. 123.300 EUR |
Bei einem rückwirkenden Antrag laufen die Stunden aus 2022 Ende 2026 aus. Wer noch davon profitieren will, sollte zeitnah handeln. Die genauen Fristen berechnet der Fristenrechner.
Was die Höhe NICHT beeinflusst
Drei Missverständnisse, die ich regelmäßig höre:
- “Ich muss Gewinn machen.” Nein. Die Forschungszulage wird auch in Verlustjahren ausgezahlt. Sie ist eine Steuergutschrift, keine Gewinnprämie.
- “Mein Projekt muss erfolgreich sein.” Nein. Auch gescheiterte FuE-Projekte werden gefördert. Es zählt der systematische Versuch, nicht das Ergebnis.
- “Ich brauche Angestellte.” Nein. Die Eigenleistung als Einzelunternehmer ohne GmbH wird genauso gefördert wie Personalkosten.
Dein Förderpotenzial in 15 Minuten
Die genaue Höhe hängt von deiner individuellen Situation ab: Wie viele FuE-Stunden hast du? Wann hat dein Projekt begonnen? Gibt es rückwirkende Ansprüche?
Ich berechne das für dich und übernehme den kompletten Antragsprozess. 0 EUR im Voraus, 15% der ausgezahlten Förderung als Erfolgshonorar.
Wie Deutschland im internationalen Vergleich bei FuE-Ausgaben abschneidet und wie viele Anträge die BSFZ jährlich bearbeitet, zeigt der FuE-Atlas.
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