Forschungszulage in der Versicherungsbranche: Deine Modelle sind Forschung

Du entwickelst eigene Scoring-Algorithmen, baust Tarifrechner mit individueller Risikoklassifikation oder programmierst Schadenprognosen auf Basis eigener Datenmodelle. Für dich ist das dein Geschäft. Für das Finanzamt ist das förderfähige Forschung und Entwicklung. Die Forschungszulage bringt dir bis zu 42 EUR pro investierter Stunde zurück. Auch als Einzelunternehmer, Freelancer oder in einer GbR.

Versicherungsanalyst arbeitet an Risikobewertung am Dual-Monitor-Arbeitsplatz

Warum Versicherung oft FuE ist

Die Versicherungsbranche lebt von Risikobewertung, und genau dort liegt das FuE-Potenzial. Wer eigene Modelle zur Schadenprognose entwickelt, neue Methoden zur Risikoklassifikation erprobt oder datengetriebene Tarifstrukturen baut, arbeitet an der Grenze des bekannten Wissens. Die BSFZ prüft drei Kriterien:

  • Neuartigkeit: Dein Scoring-Modell existiert so nicht am Markt. Dein Tarifrechner basiert auf eigenen Risikoparametern, nicht auf Standardtabellen eines Versicherers.
  • Technische Unwägbarkeit: Ob dein Modell tatsächlich verlässlich prognostiziert, ob die Datengrundlage ausreicht, ob der Algorithmus skaliert: All das war vorher nicht gesichert.
  • Planmäßigkeit: Du arbeitest mit Hypothesen, testest sie an historischen Schadendaten und iterierst systematisch.

Versicherungsmakler und InsurTech-Gründer unterschätzen regelmäßig ihre eigene Entwicklungsarbeit. "Das ist doch nur ein Tarifvergleich" höre ich oft. Sobald du eigene Logik entwickelst, die über das Konfigurieren einer fertigen Software hinausgeht, kann das FuE sein.

Routine vs. FuE in der Versicherung

Routine

Bestehende Vergleichsportale nutzen und Tarife manuell einpflegen

FuE

Eigenen Tarifrechner mit selbst entwickelter Risikoklassifikation und individuellen Scoring-Parametern bauen

Routine

Standard-CRM für Kundenverwaltung konfigurieren

FuE

Eigenes Prognosemodell für Kundenabwanderung (Churn) auf Basis historischer Vertragsdaten entwickeln

Routine

Schadenmeldungen nach Standard-Checkliste abarbeiten

FuE

KI-gestützte Schadenbewertung mit eigener Bilderkennung und automatischer Schadenhöhenschätzung entwickeln

Typische FuE-Bereiche in der Versicherung

Scoring und Risikomodelle

  • Eigene Risiko-Scoring-Algorithmen für Nischenversicherungen
  • Prognosemodelle für Schadenhäufigkeit und Schadenhöhe
  • Dynamische Prämienkalkulation auf Basis von Echtzeitdaten
  • Betrugserkennungsmodelle mit Machine Learning

InsurTech-Plattformen

  • Eigene Vergleichsalgorithmen mit branchenspezifischer Logik
  • Automatisierte Underwriting-Prozesse
  • Self-Service-Portale mit regelbasierter Tarifberechnung
  • API-Integrationen mit eigener Datenharmonisierung

Schadenmanagement

  • Bildbasierte Schadenerkennung mit Computer Vision
  • Automatisierte Schadenregulierungsprozesse
  • Eigene Bewertungsmodelle für Schadenhöhen
  • NLP-basierte Analyse von Schadenmeldungen

Datenanalyse und Aktuarik

  • Eigene versicherungsmathematische Modelle für Nischenmärkte
  • Telematik-Auswertung mit selbst entwickelter Sensorik-Pipeline
  • Klimarisiko-Modellierung für Sachversicherungen
  • Portfoliooptimierung mit eigenen Algorithmen

Rechenbeispiel: Versicherungsmakler mit eigenem Tarifrechner

Ein selbständiger Versicherungsmakler entwickelt einen eigenen Tarifrechner für gewerbliche Haftpflichtversicherungen. Er baut ein Scoring-Modell, das branchenspezifische Risikofaktoren berücksichtigt, und testet es über Monate an historischen Schadendaten. 900 Stunden FuE-Arbeit in 12 Monaten.

FuE-Stunden 900 h
Stundensatz + 20% Gemeinkosten 120 EUR/h
Bemessungsgrundlage 108.000 EUR
Forschungszulage (35%) 37.800 EUR

Berechnung ab 2026: 900 h x 100 EUR x 1,2 GK x 35% = 37.800 EUR. Für Projekte vor 2026 gilt 70 EUR/h ohne GK-Zuschlag. Der Förderrechner zeigt dir dein individuelles Potenzial.

Rückwirkend beantragen: Auch alte Projekte zählen

Du hast in den letzten Jahren eigene Tools für dein Versicherungsgeschäft gebaut, Scoring-Modelle getestet oder Automatisierungen entwickelt? Rückwirkende Anträge sind bis zu vier Jahre möglich. Entwicklungsdokumentation, Versionsstände, Testprotokolle und interne Notizen bilden die Nachweisbasis. Prüfe deine Fristen, damit du keine Ansprüche verlierst.

Mein Angebot für die Versicherungsbranche

Ich übersetze deine Entwicklungsarbeit in die Sprache der BSFZ-Gutachter. Du kennst dein Geschäft und deine Modelle, ich kenne die Antragslogik. Gemeinsam formulieren wir dein Projekt so, dass Neuartigkeit, technische Unwägbarkeit und Planmäßigkeit klar erkennbar sind. Von der Ersteinschätzung bis zur Auszahlung durch das Finanzamt.

Kosten: 0 EUR upfront. 15% der ausgezahlten Forschungszulage als Erfolgshonorar. Wird nichts ausgezahlt, zahlst du nichts.

FuE-Check für dein Versicherungsprojekt

Erzähl mir, woran du arbeitest. Tarifrechner, Scoring, Schadenprognose: In 15 Minuten wissen wir, ob Förderung möglich ist.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Tarifvergleichsrechner schon FuE?
Ein einfacher Vergleich bestehender Tarife ist keine FuE. Sobald du eigene Bewertungslogik, eigene Risikofaktoren oder eigene Scoring-Algorithmen entwickelst, die über das reine Anzeigen von Fremdtarifen hinausgehen, beginnt die FuE.
Ich bin Versicherungsmakler, nicht Programmierer. Kann ich trotzdem FuE betreiben?
Ja. FuE im Sinne des FZulG ist nicht auf Programmierung beschränkt. Wenn du eigene Bewertungsmethoden, Risikomodelle oder Analyseverfahren entwickelst, auch in Excel oder mit No-Code-Tools, kann das förderfähig sein. Entscheidend ist die Neuartigkeit und das systematische Vorgehen.
Zählt die Entwicklung einer Versicherungs-App als FuE?
Wenn die App eigene Logik enthält, zum Beispiel eine selbst entwickelte Schadensmeldung mit Bilderkennung, ein eigenes Bewertungsverfahren oder innovative UX-Konzepte mit technischer Unwägbarkeit, dann ja. Das reine Zusammenstecken fertiger Bausteine reicht nicht.
Wie grenze ich regulatorische Pflichtarbeit von FuE ab?
Pflichtmäßige Anpassungen an neue Regulierung (IDD, DSGVO) sind in der Regel keine FuE. Wenn du dabei allerdings eigene technische Lösungen entwickelst, die über das Minimum hinausgehen, kann der Entwicklungsanteil förderfähig sein.
Was ist mit aktuariellen Berechnungen?
Standard-Berechnungen nach Lehrbuch sind keine FuE. Eigene versicherungsmathematische Modelle für neuartige Risiken, neue Datenkombinationen oder ungewöhnliche Versicherungsprodukte können aber durchaus FuE darstellen.
Mein Einzelunternehmen ist nebenberuflich. Geht das trotzdem?
Ja. Es gibt keine Mindestarbeitszeit. Auch nebenberufliche FuE-Arbeit ist förderfähig. Wirtschaftlich sinnvoll wird es ab etwa 300 bis 400 Stunden pro Jahr.

Bereit, deine Förderung zu sichern?

Schreib mir auf WhatsApp oder per E-Mail. Ich melde mich persönlich.

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