Forschungszulage Medizintechnik: Wenn deine Entwicklung Leben verbessert
Medizintechnik ist einer der innovationsintensivsten Sektoren in Deutschland. Wer eigene Geräte konstruiert, diagnostische Software programmiert, Sensoren für Patientenmonitoring entwickelt oder neue Therapieverfahren erprobt, betreibt fast immer Forschung und Entwicklung im Sinne des FZulG. Die Forschungszulage belohnt diese Arbeit mit bis zu 42 EUR pro Stunde. Und du brauchst dafür keine Zulassung, kein CE-Kennzeichen und keine klinische Studie. Die FuE-Arbeit selbst ist förderfähig, nicht das Ergebnis.
Was zählt als FuE in der Medizintechnik?
Medizintechnik umfasst ein breites Spektrum: von mechanischen Instrumenten über elektronische Geräte bis hin zu reiner Software. Die BSFZ unterscheidet nicht nach Produktkategorie, sondern prüft die drei bekannten Kriterien: Neuartigkeit, technische Unwägbarkeit und Planmäßigkeit.
Typische FuE-Projekte in der Medizintechnik:
- Entwicklung eines eigenen Sensormoduls für Vitalparametererfassung
- Algorithmus für die automatisierte Auswertung von Bilddaten (Dermatoskopie, Radiologie)
- Konstruktion eines Prototyps für ein neuartiges Therapiegerät
- Softwareentwicklung für Patientenmanagementsysteme mit eigener Logik
- Materialerprobung für biokompatible Implantate oder Prothesen
FuE nach Teilbereichen
Diagnostik und Sensorik
- Eigene Biosensoren für Point-of-Care-Diagnostik
- Algorithmen für die automatisierte Bildauswertung
- Miniaturisierte Messgeräte mit eigener Signalverarbeitung
- Wearable-Sensoren mit eigener Dateninterpretation
Healthcare-Software und KI
- KI-gestützte Entscheidungsunterstützung für Ärzte
- Interoperabilitätslösungen (FHIR, HL7) mit eigener Mapping-Logik
- Telemedizin-Plattformen mit eigenen Algorithmen
- Digitale Therapieanwendungen (DiGA) in der Entwicklung
Geräte und Mechanik
- Prototypen für chirurgische Instrumente
- 3D-gedruckte Prothesen und Orthesen mit eigenem Design
- Rehabilitationsgeräte mit eigener Steuerungslogik
- Laborautomatisierung für medizinische Anwendungen
Materialien und Biokompatibilität
- Neue Materialkombinationen für Implantate
- Beschichtungsverfahren für Biokompatibilität
- Abbaubare Materialien für temporäre Anwendungen
- Oberflächenbehandlungen für antimikrobielle Wirkung
Regulierung und Förderung: Zwei getrennte Welten
Ein häufiges Missverständnis: Die Forschungszulage hat nichts mit der Medizinprodukteverordnung (MDR) zu tun. Du brauchst kein CE-Kennzeichen, keine Zulassung, keine klinische Studie. Die BSFZ prüft ausschließlich, ob deine Entwicklungsarbeit die FuE-Kriterien erfüllt. Auch ein Projekt, das nie zur Zulassung kommt, kann förderfähig sein.
Umgekehrt ist nicht jede regulatorische Arbeit FuE. Die Erstellung regulatorischer Dokumentation (technische Dokumentation, Risikoanalyse nach ISO 14971 als reiner Formalakt, Konformitätsbewertung) ist in der Regel keine FuE. Aber die technische Entwicklungsarbeit, die dahintersteht, sehr wohl. Die Grenze: Dort wo du technische Probleme löst, ist es FuE. Dort wo du Formulare ausfüllst, nicht.
Rechenbeispiel: Freelance Medizintechnik-Entwickler
Ein freiberuflicher Ingenieur entwickelt ein tragbares EKG-Gerät mit eigener Signalverarbeitungssoftware. Er konstruiert die Hardware, programmiert die Firmware, entwickelt den Filteralgorithmus und validiert die Messgenauigkeit über Referenzmessungen. 1.500 Stunden FuE-Arbeit über 18 Monate.
Berechnung ab 2026: 1.500 h x 100 EUR x 1,2 GK x 35% = 63.000 EUR. Für Projekte vor 2026 gilt 70 EUR/h ohne GK-Zuschlag. Der Förderrechner zeigt dir dein individuelles Potenzial.
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Ich verstehe technische Entwicklungsprojekte und weiß, wie die BSFZ-Gutachter denken. Gemeinsam formulieren wir dein Medizintechnik-Projekt so, dass die Innovationsleistung sichtbar wird, ohne regulatorische und technische Aspekte zu vermischen.
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