Rahmenbauer arbeitet an einem Custom-Stahlrahmen in seiner Werkstatt

Forschungszulage für Fahrradwerkstätten und Rahmenbauer

Du baust Custom-Rahmen, entwickelst eigene Werkzeuge oder konstruierst Lastenrad-Aufbauten? Dann betreibst du Forschung und Entwicklung. Die Forschungszulage fördert genau diese handwerklich-technische Innovationsarbeit, und zwar unabhängig von Betriebsgröße oder Umsatz.

FuE in der Fahrradbranche: Vier Bereiche

Die meisten Rahmenbauer und Werkstattbetreiber denken bei "Forschungszulage" an Labore und Konzerne. Dabei ist technische Entwicklungsarbeit in der Fahrradbranche alltäglich. Vier Bereiche stechen heraus.

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Rahmenbau

Eigene Rahmengeometrien, Materialerprobung (Columbus, Reynolds, eigene Legierungen), Monocoque-Techniken, Prototypenbau. Jeder Custom-Rahmen mit neuartiger Geometrie oder Fertigungstechnik ist potenziell FuE.

Geometrie-Entwicklung Material-Tests Prototypen Fertigungstechnik
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Komponentenentwicklung

Eigene Bremsadapter, Schaltungslösungen, Cargo-Bike-Aufbauten, Federgabel-Modifikationen, Nabendynamo-Integrationen. Alles, was du selbst konstruierst, weil es am Markt nicht in der benötigten Form existiert.

Adapter Lastenrad-Aufbau Schaltung Federung
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Werkstatt-Innovation

Selbst konstruierte Spezialwerkzeuge, Richtwerkzeuge für Rahmen, Mess- und Prüfvorrichtungen, eigene Lötvorrichtungen. Werkstätten bauen oft Werkzeuge, die es schlicht nicht zu kaufen gibt.

Spezialwerkzeug Richtvorrichtung Prüfmittel Löt-Jig
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Digitalisierung

Eigene Bikefitting-Software, Vermessungssysteme, digitale Kundenverwaltung mit Rahmendatenbank, eigene Kalkulationstools für Custom-Aufträge. Software, die es in deiner Nische nicht fertig gibt.

Bikefitting Vermessung Rahmendatenbank Kalkulation

Drei konkrete Szenarien

Szenario 1: Rahmenbauer entwickelt Monocoque-Bauweise für Lastenrad

Ein Rahmenbauer in Hamburg konstruiert ein Lastenrad mit Monocoque-Rahmen aus carbonfaserverstärktem Kunststoff. Die Herausforderung: Die Lastaufnahme im Bereich der Cargo-Box erfordert eine Laminatstruktur, die hohe Torsionssteifigkeit mit kontrollierter Nachgiebigkeit im Lenkbereich vereint. Standardberechnungen aus dem Rennradbau greifen nicht, weil die Lastfälle (50 kg Zuladung, Bordsteinkanten, dynamische Bremskräfte) fundamental anders sind.

Neuartigkeit: Monocoque für Lastenrad-Geometrie Unwägbarkeit: Laminat-Auslegung für Cargo-Lastfälle Planmäßigkeit: CAD, Prototyp, Belastungstest, Iteration

Szenario 2: Werkstatt entwickelt eigenes E-Bike-Diagnosetool

Eine Fahrradwerkstatt in München repariert E-Bikes verschiedener Hersteller. Jeder Hersteller hat ein eigenes Diagnosesystem, manche Systeme sind proprietär und für unabhängige Werkstätten nicht zugänglich. Der Inhaber entwickelt ein eigenes Diagnosetool, das über CAN-Bus und Bluetooth die gängigen Motor-Systeme (Bosch, Shimano, Brose) ausliest und Fehlercodes einheitlich darstellt.

Neuartigkeit: Herstellerübergreifendes Diagnosetool Unwägbarkeit: Reverse Engineering der Kommunikationsprotokolle Planmäßigkeit: Protokollanalyse, Software, Hardware, Test

Szenario 3: Custom-Bike-Bauer entwickelt anpassbares Geometrie-System

Ein Rahmenbauer in Freiburg entwickelt ein Stahlrahmen-System mit austauschbaren Hinterbau-Aufnahmen. Durch verschiedene Dropout-Einsätze lassen sich Kettenstrebenlänge, Tretlagerhöhe und Reifenfreiheit am fertigen Rahmen verändern. Die technische Herausforderung: Die Verbindung zwischen Einsatz und Rahmen muss hohe Kräfte übertragen, darf keine Ermüdungsbrüche zeigen und muss werkzeugfrei wechselbar sein.

Neuartigkeit: Modulare Hinterbau-Geometrie Unwägbarkeit: Dauerfestigkeit der Wechsel-Aufnahme Planmäßigkeit: Konstruktion, FEM, Prototyp, Dauertest

Reparatur vs. Entwicklung: Die Abgrenzung

Die tägliche Reparaturarbeit in einer Fahrradwerkstatt ist keine FuE. Reifen wechseln, Schaltungen einstellen, Lager tauschen: Das ist Dienstleistung, nicht Forschung. FuE beginnt dort, wo du ein technisches Problem löst, für das es keine fertige Lösung gibt.

Nicht FuE (Routine) FuE (Entwicklung)
Schaltung nach Herstelleranleitung einstellen Eigene Schaltungslösung für Tandem-Spezialfall konstruieren
Laufrad nach Standardverfahren zentrieren Eigenes Laufrad-Zentrierwerkzeug für Sondernaben bauen
Rahmen aus Katalog bestellen und aufbauen Eigene Rahmengeometrie konstruieren und fertigen
E-Bike-Motor nach Anleitung tauschen Eigenes Diagnosetool für Motorsteuerungen entwickeln
Standardteile aus Großhandel verbauen Eigene Adapter oder Aufnahmen drehen und fräsen

Rechenbeispiel: Rahmenbauer aus Freiburg

Ein Rahmenbauer entwickelt über 14 Monate ein modulares Hinterbau-System für Gravel-Bikes. Er konstruiert die austauschbaren Dropout-Einsätze in CAD, fertigt Prototypen in der eigenen Werkstatt, führt Belastungstests durch, iteriert das Design fünfmal und entwickelt parallel eine eigene Lackiervorrichtung für komplexe Rohrgeometrien. 1.400 Stunden FuE-Arbeit.

FuE-Stunden 1.400 h
Pauschaler Stundensatz 70 EUR/h
Bemessungsgrundlage 98.000 EUR
Forschungszulage (35% KMU) 34.300 EUR

Berechnung: 1.400 h x 70 EUR x 35% = 34.300 EUR. Der Förderrechner zeigt dir dein individuelles Potenzial.

Dokumentation: Was du wahrscheinlich schon hast

Rahmenbauer und Werkstattentwickler dokumentieren oft mehr als sie denken. CAD-Zeichnungen, Skizzen auf Papier, Fotos von Prototypen, CNC-Programme, 3D-Druckdateien, Materialbestellungen, Testreports, Kundenkommunikation mit Anforderungen: All das bildet zusammen die Nachweisbasis für einen FuE-Antrag. Selbst handschriftliche Notizen und Werkstattfotos sind verwertbar.

Rückwirkend beantragen

Du hast in den letzten Jahren Rahmen gebaut, Werkzeuge entwickelt oder Spezialkomponenten konstruiert, ohne an Förderung zu denken? Die Forschungszulage kann bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Ich helfe dir, die vorhandenen Belege in einen BSFZ-konformen Antrag zu übersetzen.

Mein Angebot für Rahmenbauer und Werkstätten

Ich identifiziere die FuE in deiner Werkstattarbeit und formuliere den BSFZ-Antrag. Ob Rahmengeometrie, Werkzeugbau oder Softwareentwicklung: Ich übersetze deine technische Innovationsarbeit in die Sprache der Fördergutachter.

Kosten: 0 EUR upfront. 15% der ausgezahlten Forschungszulage als Erfolgshonorar. Wird nichts ausgezahlt, zahlst du nichts.

FuE-Check für deine Werkstatt

Zeig mir, woran du baust. Rahmen, Werkzeuge, Aufbauten: In 15 Minuten wissen wir, ob Förderung drin ist.

Häufig gestellte Fragen

Sind Fahrradreparaturen FuE?
Nein. Reparatur und Wartung nach Herstellerangaben sind Dienstleistung, keine Forschung. FuE beginnt dort, wo du ein technisches Problem löst, für das es keine Standardlösung gibt. Einen Platten flicken ist Routine. Einen eigenen Tubeless-Dichtungsaufbau entwickeln, der bei extremen Temperaturen funktioniert, kann FuE sein.
Zählen Fahrrad-Umbauten als FuE?
Es kommt darauf an. Ein Umbau von Rennrad auf Gravel mit Standardteilen ist keine FuE. Aber wenn du eigene Adapter konstruierst, eine neue Rahmengeometrie berechnest oder Komponenten entwickelst, die es am Markt nicht gibt, kann der Entwicklungsteil förderfähig sein. Der Schlüssel ist die technische Eigenleistung.
Ist E-Bike-Tuning FuE?
Reine Leistungssteigerung durch Software-Manipulation ist kein FuE-Vorhaben und zudem rechtlich problematisch. Aber die Entwicklung eigener Steuerungssoftware, eines eigenen Batteriemanagementsystems oder einer proprietären Motorsteuerung für Spezialanwendungen (Cargo, Handicap, Tandem) kann förderfähig sein.
Ich baue nur wenige Rahmen pro Jahr. Lohnt sich das?
Die Forschungszulage hängt nicht von der Stückzahl ab. Wenn du 500 Stunden im Jahr an eigenen Geometrien, Fertigungstechniken oder Werkzeugen arbeitest, sind das 12.250 EUR Förderung (bei 35%). Ob du einen oder zwanzig Rahmen baust, ist irrelevant. Entscheidend ist die Entwicklungsarbeit, nicht die Serienfertigung.
Kann ein Laufradbauer FuE betreiben?
Ja. Wenn du eigene Speichmuster entwickelst, Felgenprofile testest, Naben-Geometrien optimierst oder eigene Einspeichmaschinen baust, ist das förderfähige FuE. Die systematische Erprobung neuer Speichmuster auf Seitensteifigkeit und Komfort mit eigener Messtechnik ist ein klassisches Entwicklungsprojekt.
Muss ich CAD nutzen, oder reicht eine Skizze?
Die Forschungszulage verlangt kein CAD. Handskizzen, Werkstattfotos, Prototypen und Testprotokolle sind vollwertige Nachweise. Entscheidend ist, dass dein Vorgehen nachvollziehbar dokumentiert ist: Was war das Problem? Was hast du versucht? Was kam dabei raus? Ob du das mit Bleistift oder mit SolidWorks dokumentierst, ist egal.
Sind 3D-gedruckte Teile förderfähig?
Der 3D-Druck selbst ist ein Fertigungsverfahren, keine FuE. Aber die Entwicklung eines Bauteils, das du per 3D-Druck fertigst, kann FuE sein. Beispiel: Du konstruierst einen Bremsadapter als Topologie-optimiertes Teil, druckst ihn in Titan und erprobst seine Belastbarkeit. Die Konstruktions- und Testarbeit ist FuE, der Druckvorgang nicht.
Kann ich Förderung für ein Lastenrad-Projekt bekommen?
Ja. Lastenrad-Entwicklung ist eines der stärksten FuE-Felder in der Fahrradbranche. Eigene Rahmengeometrien für Cargo-Lasten, neuartige Lenkkinematiken, Aufbausysteme für spezifische Einsatzzwecke (Kindertransport, Handwerk, Logistik) und die Erprobung unter realen Bedingungen sind klassische FuE-Vorhaben.
Ich habe noch kein Gewerbe angemeldet. Kann ich trotzdem beantragen?
Ja. Wenn du bereits mit Gewinnerzielungsabsicht an eigenen Fahrradkomponenten oder Verfahren gearbeitet hast, kannst du dein Einzelunternehmen rückwirkend beim Finanzamt anmelden und die Forschungszulage beantragen, sogar rückwirkend bis 2022.

Bereit, deine Förderung zu sichern?

0 EUR Upfront. Du zahlst nur bei Erfolg. Schreib mir auf WhatsApp. Ich melde mich persönlich.

0 EUR Risiko 15 Min Erstgespräch 15% Erfolgshonorar